Keine Lust auf Olympia!

Eine repräsentative Tamedia Umfrage zeigt es: Schweizerinnen und Schweizer stehen nicht hinter der Winterolympiade „Sion 2026“. 60 Prozent der Befragten lehnen Winterspiele grundsätzlich ab. Geht es konkret um die Finanzierung der Olympia-Milliarde, die der Bund beisteuern soll, sind sogar 65 Prozent dagegen.

Die Motion, die ich zusammen mit Grossratskolleginnen und –kollegen aus allen Parteien ausser der FDP im März 2017 miteinreichte, legt den Finger genau auf den wunden Punkt. Ursprünglich sollten die Exekutiven auf den verschiedenen politischen Ebenen grundsätzlich über eine Kandidatur „Sion 2026“ entscheiden. Parlamente und je nach Betrag auch das Volk sollten erst bei den Krediten zum Handkuss kommen. Mit diesem Vorgehen haben wir insbesondere bei der Tour de France schlechte Erfahrungen gemacht. Wir konnten nur über den Kredit abstimmen, diesen aber eigentlich nicht ablehnen, weil es für den Abbruch des Projekts zu spät war.

Dies wollten wir uns nicht ein zweites Mal gefallen lassen und verlangten, dass dem Grossrat und dem Volk ein Grundsatzentscheid zum Mitmachen des Kantons Bern bei „Sion 2026“ unterbreitet wird. Die Motion wurde von unserem bürgerlichen Parlament, das Projekte zugunsten des Tourismus stets durchwinkt, immerhin mit 129 zu 2 Stimmen als Postulat in der Juni-Session 2017 überwiesen.

Nun bläst man auch auf Bundesebene ins gleiche Horn: Die Bündner SP-Nationalrätin Silvia Semadeni verlangt in einer Motion, dass das Schweizer Olympiaprojekt dem Referendum unterstellt wird. Bereits am 13. März 2018 wird der Nationalrat darüber entscheiden. Es wird damit gerechnet, dass sie angenommen wird und die nötigen 50‘000 Unterschriften für ein Referendum zusammenkommen. In diesem Fall wird die Schweiz im ersten Halbjahr 2019 über „Sion 2026“ abstimmen.

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