Weiter zum Elternurlaub!

Vom Elternurlaub profitieren nicht nur Väter, sondern die ganze Familie.

Diesen Herbst jubelte die EVP und mit ihr alle Väter und Mütter: Ständerat und Nationalrat haben einem 14-tägigen Vaterschaftsurlaub zugestimmt. Damit ist ein weiterer kleiner Schritt in Richtung familienfreundlicher Arbeitswelt gelungen – nicht mehr und nicht weniger.

Ziel muss es langfristig sein, dass beide Eltern zu ihren Kindern von Anfang an eine gute Beziehung aufbauen können. Ein neues Familienmitglied taucht auf, alle Mitglieder müssen sich neu orientieren und zusammenfinden. Das gilt für die Eltern nicht nur als Eltern, sondern auch als Paar, das gilt für die Geschwister, vielleicht auch für Grosseltern usw.

Noch sind wir weit davon entfernt, Familien und ihren neugeborenen Kindern einen guten Anfang zu ermöglichen. Eine eigentliche Elternzeit wie sie in Deutschland seit 2007 und bereits viel länger in Norwegen besteht, ist in der Schweiz im Moment noch nicht mehrheitsfähig. Die Wirtschaft fürchtet die hohen Kosten und den mehrmonatigen Ausfall vor allem der Väter.

Im bernischen Grossen Rat wurde eine Motion in der Herbstsession zurückgezogen, die eine Elternzeit auf kantonaler Ebene verlangte. Es hatte sich herausgestellt, dass die Bundesgesetzgebung bislang keine kantonale Einführung erlaubte. Dank des nun eingeführten Vaterschaftsurlaubs hat sich diesbezüglich ein Türchen geöffnet: Noch in der Septembersession durfte ich eine Motion für eine Standesinitiative miteinreichen, die es erlauben würde, dass Kantone Regelungen über den Rahmen des heutigen Mutter- und Vaterschaftsurlaubs hinaus einführen können. So könnten sich die Kantone nicht nur bei den Steuern, sondern auch in der Familienpolitik Standortvorteile verschaffen.